Niederlande, ein kurzer Eindruck

Wir waren am Wochenende in den Niederlanden, oder Holland. Ich weiß nie genau, welche Landesbezeichnung ich wann verwenden sollte.

Eigentlich liegt dieses flache Land mit seinen 300 km Entfernung so nahe, dass es verwunderlich ist, wie selten ich dort bin. Aber warum sollte ich das tun? Eigentlich fand ich bislang nur Amsterdam und Alkmar interessant. Ich kennen aber auch nicht viel mehr.
Dies Mal hatten wir einen Grund, nämlich einige Teile für das E-Auto Projekt in der Nähe von Assen abholen. Da alle privaten Urlaubstouren in diesem Sommer storniert werden mussten nahmen wir die Gelegenheit wahr, zwei Tage zu entspannen. Auto aufladen, etwas Gepäck und den Rollstuhl rein, los ging es. Zwischen-laden in Oyten an der A1 mit leckerem zweiten Frühstück im Diner. Dies ist ein lieb gewonnenes Ritual auf unseren Wegen in den Süd-Westen. Da die Ladesäule nicht funktionierte rief ich den Service an. Dieser half schnell, wir konnten laden, aber nicht bezahlen. Das nenne ich angemessene Kulanz oder auch guten Service. Ich frage mich nur, wie viel Budget so ein Servicedienstleister wohl dafür hat.

Das Wellnesshotel in Exloo ist verspielt und gut. Es gibt drei schnelle Ladesäulen mit sechs Steckdosen, die über meine ADAC Ladekarte zu nutzen war. Neben unserer Zoe lud ein Leaf und als ich sie nach einigen Stunden umparkte um die Plätze nicht zu blockieren war sie gerade am Flirten mit einem älteren S-Model von Tesla.

Tags darauf nach Beilen, Teile abholen. Dann nach Assen, die Rennstrecke anschauen. Leider zu, weil auch in den Niederlanden einige Orte wegen der Corona Pandemie für die Öffentlichkeit geschlossen ist.
Also weiter nach Groeningen. Eine im Innenstadtbereich sehr attraktive Stadt. Wir fanden schnell einen Parkplatz in der Nähe der Fußgängerzonen an einer Ladesäule. Stressfreie Freischaltung der Schnellladung.

Was mir sofort auffiel waren die vielen Linienbusse, die mit leisem Summen an uns vorbei fuhren. In der Innenstadt habe ich nur einen einzigen Diesel Bus fahren sehen, alle anderen sind Akkubetrieben.
Viele Fahrräder sausen durch die Stadt. Davon viele als Lastenfahrrad, einige noch sehr historisch. Die Niederländische Post lieferte per E-Sprinter aus. Und einige elektrische Deiräder versorgen Geschäfte und Besucher mit Waren. Stören taten mich nur die vielen knatternden Scooter, die mit den gleichen Rechten wie Fahrräder durch die Innenstadt fahren durften. Sogar einige Luxusautos verirrten sich in die Fußgängerzone. Poser gibt es halt überall.

Der Rundgang durch die hübsche Altstadt war schön, das Essen in einer Bar grandios und die Zoe danach wieder voll geladen. Wir konnten zum nächsten Ziel, nach Leer fahren. Dort umsehen und Verwandte besuchen bevor wir ohne weitere Aufladung bis nach Hause in Norddeutschland weiterfuhren. An unserer heimischen Steckdose angekommen wäre die Zoe laut Display noch in der Lage gewesen, weitere 35 km zu fahren. Ein sehr gutes sparsames Ergebnis. So hat die Fahrt von Groeningen nach Itzehoe etwa 13 Euro Strom gekostet.

Ein schönes Wochenende mit neuen Eindrücken ist vorbei. Der Schreibtisch ist voller Arbeit für die bald wieder beginnende Schule. Aber heute geht es wieder an den Ford, denn die mitgebrachten Kotflügel und das letzte Reparaturblech sollen heute angebaut werden.

Lieferdienste ohne CO2 Ausstoß

„Was die Deutsche Post mit ihrem StreetScooter vorgemacht hat, wird nun auch von der Konkurrenz umgesetzt.“ steht im Bericht der zukunft.de . Vielen Dank an die Post, dass man sich dort schon vor Jahren getraut hat auf E-Mobilität zu setzen. Leider hatte die Post damals keine Unterstützer aus der Automobilindustrie. Jetzt scheinen die Logistiker der Konkurrenz zusammen mit Mercedes Benz den Markt zurück gewinnen zu wollen.

Ich hoffe, dies hat Wirkung auf andere Unternehmen, die täglich Waren liefern oder Baustellen beschicken. Denn weniger CO2 Ausstoß brauchen wir weiterhin.

Übrigens liefert bei uns in Itzehoe ein neuer Pizza Dienst per Fahrrad, E-Roller und diversen lustigen E-Fahrzeugen aus. Das hat zumindest auf mich werbewirksam Effekt, obwohl ich nicht so gerne gelieferte Pizza esse.

Kobalt Produktionsbedingungen im Kongo

Gerne wird von E-Auto Gegnern die Förderung von Kobalt bemängelt. Zu Recht wird darauf verwiesen, dass die Bedingungen unter denen Menschen, oft Kinder, den Rohstoff abbauen, sehr schlecht sind.

Da macht es Mut, dass sich ein Unternehmen wie Tesla mit seiner Einkaufskraft für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt. Diesem Unternehmen traue ich durchaus zu, nicht nur auf die Kosten sondern auch auf die Lieferkette zu achten.
Zumindest laut dem heutigen Bericht unter electrive.net verändert die Regierung im Kongo seine Vorschriften zu den Arbeitsbedingungen. Ein wichtiger Schritt für menschenwürdige Arbeitsbedingungen meine ich.

Sind fehlende E-Ladestationen ein Problem?

Wenn das vielfach aufgeführte Argument fehlender Ladestationen den E-Auto Markt tatsächlich behindert, warum kommt dann das Gesetz zur Ladestation in Tiefgaragen eigentlich nicht endlich?

Da sich derzeit vorwiegend Menschen mit höherem Einkommen leisten, ein elektrisches Auto zu fahren, wäre es hilfreich, denen die noch unentschlossen sind, einen weiteren Vorteil zu bieten. Laden des Autos an der privaten Steckdose ist ein schöner Luxus. Ich genieße es, nicht ständig an die Tankstelle fahren zu müssen. Außerdem kann man sich dann den Strom auch über eigene Solarzellen auf dem Dach kostengünstig in das Auto füllen.

Wenn nun ein Recht auf eine Ladesteckdose im Parkhaus, in der Tiefgarage oder auf einem Außenstellplatz bestünde, dann könnten viele Autobesitzer den Umstieg wagen. Wer ein eigenes Haus oder Grundstück hat würde sich über eine Kaufprämie freuen. Die Elektrohandwerker der Region freuten sich dann auch über weitere Aufträge.

Ob es nun immer eine Wallbox oder gar eine Schnellladevorrichtung sein muss, das mag bezweifelt werden. Ich komme mit einem Schuko Stecker meist aus. Sollte ich eine Schnellladung benötigen, dann gibt es ja öffentliche Ladestationen an den ich mal schnell tanken kann. Im letzten Jahr musste ich das übrigens nur zweimal nutzen.

Unterwegs, an Raststätten oder Gasthäusern und Restaurants sind diese schnellen Ladestationen aber durchaus wichtig. Für die paar Kilometer des täglichen Autoverkehrs reichen auch die langsamsten Ladestationen.

Für E-Flugzeuge sieht das sicher noch einmal ganz anders aus. Das erste E-Flugzeug ist ja inzwischen offiziell zugelassen worden.

Keine Abwarackprämie in Deutschland

Das ist eine gute Nachricht. Die Bundesregierung hat aus den zwei Fehlschlägen gelernt und hat die Autohersteller nicht erneut mit einem Konjunkturprogramm belohnt. Zumindest nicht mit einem Programm für alte Benzin verbrennende Autos.
Statt dessen werden E-Autos noch besser gefördert. Das wird sicherlich zum Umdenken bei vielen Autofahrer*innen und Herstellern führen. Ich hätte nicht schlecht Lust. jetzt einfach mal zu unterschiedlichen Händlern zu gehen und mich als Kunde für einen Neuwagen zu präsentieren. Ob ich wohl mittlerweile auch E-Autos vorgestellt bekomme? Vor noch zwei Jahren rieten mir die Verkäufer durchweg davon ab.
Auch viele weitere Konjunktur- und Sozialförderprogramme sind aufgelegt worden. Unter anderem die Senkung der Mehrwertsteuer für ein halbes Jahr. Ein interessanter Ansatz, der sicher zu mehr Umsatz führt. Ich denke aber, dass nun viele Kaufentscheidungen aufschieben bis die Steuersenkung gilt. Dann kurz vor dem Ende der Steuersenkung wird sicher noch auf Vorrat gekauft werden.
Ich hätte es besser gefunden, Gutscheine wie Regionalgeld an die Menschen zu verteilen. Damit könnte gezielt sinnvolle Bereiche der Wirtschaft gestärkt werden. Dadurch, dass jeder Bürger, jede Bürgerin einen Gutschein gleichen Wertes ausgeben könnte würden Menschen mit geringerem Einkommen im Verhältnis stärker unterstützt. Mit einer Mehrwertsteuer Senkung werden die besonders unterstützt, die sich viel und teurere Waren leisten können.

Eine Stärkung regionaler Wirtschaftszweige, mit kurzen Wegen zwischen Produzenten und Kunden, erfolgt so leider wieder nicht. Dabei wären kurze Wege gut für die CO2 Einsparungen und Vermeidung von Verkehr auf den Straßen.

Die Abwrackprämie wird auf Eis gelegt

Aufgrund der Auswirkungen der Corona Epidemie auf die Wirtschaftliche Entwicklung wird in Zypern die Auto-Abwrackprämie auf Eis gelegt.
Ganz im Gegenteil übrigens zu Deutschland, wo immer noch darüber verhandelt wird, wie hoch denn die Förderungen der Automobilindustrie durch den Steuerzahler ausfallen soll.

Wenn wir Steuergelder für Hilfen nach und während der Pandemie ausgeben, dann doch bitte sinnvoll sozial und ökologisch.

Unternehmen, die den Lebensraum zerstören müssen wir nicht am Leben erhalten. Unternehmen, die statt dessen sich neu gründen um Lebensräume und Umwelt zu unterstützen schon.

Wesentlich sind für uns Einwohner aber die Stützen der sozial benachteiligten Menschen. Und einem Harz IV Empfänger nützt eine Autoprämie mit Sicherheit nicht im täglichen Leben. Hier kann dann lieber ein Konsumgutschein für den regionalen Einkauf verteilt werden. Jeder Euro, den wir in unserer direkten Umgebung ausgeben, der kommt auch der persönlichen Umwelt zugute. Selbst wenn damit kein ökologisch sinnvolles Produkt oder Dienstleistung erworben werden sollte.

Verkehr fürs Klima einschränken?

Ein gutes Interview in unserer Lokalzeitung. NABU und FDP ,eigentlich wegen der Lehren aus Covid Zeit beffragt, diskutiere erneut über die Sinnhaftigkeit der A20 durch SH.

Der Streit zwischen NABU und FDP bezüglich Verkehrsreduzierung durch regionalisierte Wirtschaftskreisläufe ist interssant. Mir stellt sich da die Frage, wer wohl mehr Anhänger hat. FDP oder NABU ?

Weniger Waren über weite Strecken per LKW zu transportieren kann deutliche Unterschiede beim Verbrennen von Diesel bringen. Waren die in der Region erzeugt werden, können also klimafreundlicher zu uns Kunden gelangen. Das hilft dem Klima und meinen kleinen regionalen Unternehmen besonders.

Leider sind die weit transportierten Waren oft billiger. Also müssten wir bereit sein, trotzdem mehr zu bezahlen. Das machen aber zu wenige Verbraucher und nahezu kein Unternehmen. Bleibt die wirtschaftliche Lösung, den Transport teurer zu machen. Zum Beispiel durch höhere Löhne für die Fahrer oder höhere Maut für Langstrecken oder höhere Dieselpreise oder höhere Anforderung an die Motorefizienz der LKW oder….

Ich wünsche mir mehr regionale Wirtschaft. Mein Weg ist dazu die Nutzung regionaler Währung, die natürlich Gutscheine und keine Nationalwährung ist.

Bahn statt Auto?

Neben der Covid 19 Thematik gibt es ja auch noch die anderen Themen.
Zum Beispiel das immer wieder dargestellte Verspätungsthema der Bahn. Eigentlich können wir mit deren Pünktlichkeit ganz zufrieden sein, denn mit dem Auto sind wir meist mit mehr Verspätung unterwegs. Aber da haben wir ja immer eine gute Begründung, die uns gefällt. Bei der Bahn bemerken wir hingegen kaum, wenn man rechtzeitig am Ziel ist.

Ein schöner Vorschlag in einer der vielen Diskussionsrunden um die Bewältigung der finanziellen Herausforderungen durch die Covid Krise in Deutschland ging in Richtung Autoverkehr.
Wenn man jetzt das Geld aus den Hilfspaketen wieder einsparen möchte könnte man doch auf die geplanten Straßen Neubauten verzichten. Neben dem Geld sparen wir auch gleich Verkehr ein. Denn alle wissen es ja, je mehr Straßen, desto mehr wird darauf gefahren.
Bei der Bahn argumentiert man meist noch anders herum. Da wir häufig gefragt, warum solle man denn eine Schiene bauen? Es fährt dann doch womöglich kaum jemand darauf.
Das ist sicher falsch, aber eine typische Begründung.

Leider werden auch viele Bahnlinien nicht erweitert, obwohl ein höherer Bedarf schon vorhanden ist. Typisch hier: Last Straßen bauen, weil die Züge zu voll sind. Da ist sogar etwas wahres dran, den Straßen sind schneller und billiger herzustellen.

Wenn also weniger Straßen neu gebaut würden, aber mehr Bahnstrecken, dann könnte die CO2 Belastung deutlich sinken. Seit Anfang des Jahres 2018 fahren alle Züge im Fernverkehr der Deutschen Bahn mit Ökostrom.

Kein Tempo Limit in Deutschland

Warum eigentlich nicht?

Wie ich heute lese, weil dadurch lediglich 0,2% der deutschen CO2 Emissionen gespart werden könnten. Dies kann ja nicht der Grund sein – oder?

Egal ob die Zahl stimmt oder nicht. Egal wer und wie sie berechnet wurde. Eine offensichtliche Fehlinformation ist darin enthaltenen. Denn ich weiß dadurch noch nicht, welchen Anteil die Tempobegrenzung am CO2 Ausstoß des deutschen PKW Verkehr bedeutet. Und eine Angabe in Tonnen CO2 würde vielleicht auch einige Bürger*innen nachdenklich machen.

Um hier mal eine Zahl zu nennen. 0,2% der deutschen Emissionen Stand 2017 sin 1,6 Millionen Tonnen CO2. Lohnt sich das wirklich nicht? Das sind übrigens 1% des Ausstoß des Verkehrs. Wenn man die LKW noch herausnehmen würde kommen wir auf einen noch höheren Prozentsatz.

Wie gesagt, ich weiß nicht wer die Zahlen verbreitet, ich könnte mir aber vorstellen welches Ziel damit verbundenen ist.