Energieeinspeisung ganz einfach ? In Deutschland ??

Vermutlich sind wir nur zufällig betroffen, aber die Versuche, Geld vom Stromlieferanten zurück zu bekommen muten merkwürdig an. Schon vor einigen Jahren erhielten wir Post von der Netz AG, dass wir die Einspeisevergütung für den Solarstrom der letzten Jahre zurück zu zahlen hätten. Der Grund sei, dass unsere Anlage nicht bei der Bundesnetzagentur gemeldet wäre. Zur Meldung besteht eine gesetzliche Pflicht. Die Bundesregierung möchte damit eine statistische Übersicht behalten, wo und wie viel erneuerbare Energie in Deutschland eingespeist wird.
Ohne diese Eintragung darf der örtliche (Energie) Verteilnetz Betreiber (VNB) keine erhöhten Entgelte für gelieferten Strom zahlen. Aus diesem Grund müssen Energieerzeuger wie wir diese Eintragung entsprechend nachweisen. Danach kann der Einspeisevertrag mit dem VNB gültig werden. Andernfalls muss der Käufer der elektrischen Energie nicht die staatlich festgelegte Vergütung zahlen. Es wird dann wie bei jedem anderen Liefervertrag ein Preis miteinander verhandelt. Der Netzbetreiber ist nicht einmal gezwungen, den Strom zu kaufen oder gar abzunehmen.

Nach einigen Jahren, in denen regelmäßig für Solarstrom bezahlt wurde fällt dem VNB dann plötzlich ein, dass vielleicht gar keine Anmeldung erfolgt sein könnte. In den vorliegenden Unterlagen fehle der Nachweis und wir mögen bitte die überzahlten Beträge in Höhe mehrere tausend Euro innerhalb von zehn Tagen zurückzahlen.
Bei unserer kleinen Anlage war dies überschaubar. Wenn ich mir die Anlagen auf einigen landwirtschaftlichen Betrieben so anschaue, dann kommt man schnell in fünfstellige Beträge, die umgehend eingefordert werden.
Wie viel Geld die VNB durch diese Aufforderungen zurück erhalten kann ich nicht abschätzen. Zumindest sind wir Energieerzeuger entsprechend verärgert.
Das Problem lässt sich in der Regel einfach lösen. Wir schickten dem VNB die Kopie der Unterlagen bei Vertragsabschluss zu. Darin enthalten war die Anmeldebestätigung. Es kam einige Wochen später eine Stornierung der Rechnung des Netzbetreibers.
Eine Entschuldigung fehlte. Entschuldigen tat sich der VNB allerdings fast jährlich, weil sie uns jedes Jahr eine Nachberechnung senden mussten. Die Abrechnungen waren oft Fehlerhaft oder nicht vollständig. Leider wurde nie mehr bezahlt als vereinbart, es waren immer kleinere Unterschiede.
Zugegeben, für einige Nachberechnungen war der VNB nicht verantwortlich, denn die Preisbasis an der internationalen Strombörse (EEX) erfolgt verzögert. Auch die zu zahlenden Erstattungen für nicht genutzte Netznutzung durch unseren Eigenverbrauch wurde erst nach Rechnungslegung festgelegt.
Aber warum meine geeichten Stromzähler (die gehören dem Netzbetreiber) regelmäßig etwas mehr zu bezahlende Energie anzeigte als bei der Einspeisevergütung bezahlt wurde, kann ich als Techniker nicht nachvollziehen. Es handelte sich immer so um die 50 bis 75 Euro pro Jahr. Wie viele tausend Kunden der VNB hat und welche Summe durch diese Ungenauigkeit zusätzlich bezahlt wurde kann ich nur vermuten.
Es war jedenfalls sehr aufwändig, die Fehler in den langen Listen der Berechnungen zu entdecken. Ich denke, viele private Energielieferanten machen sich die Mühe nicht.

Neben der PV-Anlage hatten wir auch ein BHKW betrieben. Auch hier werden überflüssige elektrische Energiemengen über das EEG und die KWK Förderung mit staatlich festgelegten Zuschlägen zu den EEX Preisen durch den VNB bezahlt. Auch hier muss die Anlage offiziell zu statistischen Zwecken gemeldet werden. Auch hier fehlte dem Netzbetreiber angeblich wieder dieser Nachweis, ohne den eigentlich keine Zuschüsse hätten gezahlt werden können.
Es mutet schon merkwürdig an, dass dies dem VNB erst nach acht Jahren auffällt.

Wieder erhielten wir eine Rechnung, diesmal ziemlich hoch. Wir sollten für die letzten zwei Jahre den KWK Bonus und das erhöhte Entgelt zurück zahlen. Die Zeit davor sei verjährt und somit zum Schaden des Unternehmens zu verbuchen. Anstatt bei der Netzagentur in die Statistik zu schauen schrieb man also lieber eine Rechnung an den Lieferanten der öko Energie.

Wir mussten entsprechend wieder die Anmeldebestätigung nachreichen. Es kam einige Wochen später die Stornierung der Rechnung. Eine Entschuldigung blieb erneut aus.

Zum Glück habe ich keine Aktien von diesem Energieunternehmen. Wenn Rechnungslegung und Aktenpflege seit Jahren mit erhöhtem Aufwand und vielen, manuell zu korrigierenden Fehlern erfolgen, dann kann das nicht wirtschaftlich sein.

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