Service im Internetzeitalter

Jetzt muss ich mal Frust los lassen der sich über die letzten Wochen mit Dienstleistern und Verkäufern im Internet aufgebaut hat. Früher war es so, dass man einen Kunden gewinnen wollte und diesen dann halten musste. Heute scheind die Werbung um Neukunden so effektiv zu sein, dass berechtigte Anfragen bei falscher Leistungserbringung oft sehr unprofessionell bearbeitet werden.
Ich habe letztens ein Visum beantragen wollen, im Internet fand sich sogar eine Telefonnummer der Botschaft für Visa Angelegenheiten. Aber egal wann ich dort anrief wurde ich nach drei Minuten Warteschleife direkt abgeworfen und musste neu wählen. Nach zwei Tagen habe ich augegeben. Danach nutzte ich das Online Visa Portal und quälte mich durch das nicht sehr ergonomisch aufgebaute Formular. Leider konnte ich das in der auch online verfügbaren Anleitung avisierte Gratis Visum für akkademische Reisen nicht beantragen, so dass ich wieder 50$ für ein Standard Visum zahlen muss. Dies wäre nicht so schlimm, wenn wir nicht 19 Visa bräuchten und somit unser Budget der Bildungsreise deutlich schröpfen mussten.
Letztes Jahr brauchte ich ein neues Akkupack für mein Smartphone und war glücklich, dieses nicht bei Amazon kaufen zu müssen. Ein deutscher Händler, Real online, bot es auch an. Aber ähnlich wie bei Amazon vermitteln die auch oft weitere shops zur Auslieferung. Nachdem ich rechtzeitig vor meinem Indonesien Einsatz bestellt habe sollte der Akku auch vor Abreise geliefert werden. Nach meiner Rückkehr (vier Wochen) war immer noch kein Akku angekommen, auf Nachfrage hieß es, er sei geliefert und das Problem läge bei der Post. Nach einer Woche Mailverkehr (ein Anruf hätte das in 10 Minuten klären können, aber wo ist die Service Rufnummer?) wurde versprochen, das der Akku erneut zugestellt wird. Mittlerweile stand meine Nepal Reise an und ich reiste erneut mit defektem Smartphone und großer alter Powerbank ab. Wie gehabt war nach der Rückkehr noch immer kein Paket angekommen. Erneute schriftliche Beschwerde führte zur gleichen Zusage, dass wieder geliefert werden würde. Nach zwei Wochen kündigte ich schriftlich meinen Auftrag nach drei Monaten nicht Erfüllung. Diese Kündigung wurde sehr schnell bestätigt und ich bestellte dann bei Amazon. Mit schlechtem Gewissen aber mit neuem Akku nach zwei Tagen ist das mobile Kommunizieren nun wieder deutlich angenehmer.

Und heute ärgere ich mich über check24, die mit sehr freundlicher Werbung durch fröhliche Menschen auf sich aufmerksam machten. Für ein kleines privates Projekt muss ich einige Tage nach Tunesien. Mein Projektpartner schlug mir eine pauschale Buchung über eben dieses Portal vor, damit ich günstig im gleichen Hotel übernachten könne, in dem auch er den Januar verbringt. Kurz mit meiner Frau geklärt, dass wir gemeinsam einige Tage Sonne tanken und ich das geschäftliche während dessen erledigen kann und unverschämt günstig (Nebensaison) gebucht. Die Bestätigungsmails kamen schnell und das Geld wurde umgehend von der Kreditkarte abgebucht. So weit so gut, nur danach kam dann eine Mail, dass ich im Bestellformular unsere Vor und Nachnamen vertauscht hab und somit die Einreise in Tunesien gefährdet sein wird. Gegen eine Gebühr können sie das ändern. Da ich schon einmal etwas übder dieses Portal gekauft habe, sind meine Stammdaten dort eingetragen und wurden automatisch in das Bestellformular übertragen. Drei Mails später gebe ich auf und zahle die Zusatzgebühr mit dem festen Vorsatz, nie wieder dort etwas zu erwerben. NAch der Reise werde ich meinen Account dort löschen.

Dieses Verhalten erinnert mich an ein sehr ungutes Erlebnis bei fluege de vor Jahren, als ich für eine Gruppenreise mehrere Flüge buchen musste. Obwohl wir alle Angebote nach Zusatzversicherungen online abgelehnt hatten, wurden diese trotzdem gebucht. Nur über lange Telefonate und viel Schriftverkehr konnten wir auf diese Leistungen verzichten, da wir anderweitig abgesichert waren. Firmenpolitik damals: wir verkaufen nicht ohne Zusatzleistungen!

Was lerne ich daraus? Kaufe lieber live bei Menschen. Für unsere derzeitige Tansania Projektreise haben wir dies über ein reales Reisebüro getan und das war auch gut so, denn es traten tatsäcchlich Probleme mit der Fluggesellschaft auf. Das Büro hat aber gut reagiert und uns den Stress abgenommen.
Auch unsere dieses Jahr geplante große Familienreise lassen wir über ein Reisebüro buchen. Bislang läuft die Abstimmung untereinander sehr angenehm.

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