Türkei marschiert in Syrien ein

Gestern hat die lange erwartete türkische Offensive begonnen. Im Norden sollen die Kurden bekämpft werden. Aus Erdogans Sicht kann ich das sogar nachvollziehen. Ablenken von innenpolitischen Problemen und Vermindern der Gefahr einer zukünftig staerkeren kurdischen Minderheit in der Türkei. Das die Probleme sich mit Europa verstärken braucht er nicht zu erwarten, denn viel schlechter koennen die Beziehungen kaum werden. Und auf die NATO braucht er auch kaum noch Rücksicht zu nehmen, seit die Türkei sich bei Waffensystemen auch in Russland eindeckt.
Bleibt also Syrien als potentieller Gegner. Kann sich ein Staat leisten, dass der Nachbarstaat seine innenpolitischen Kämpfe auf syrisches Staatsgebiet ausweitet?
Was aber könnte Syrien tun? Kämpfen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Syrer noch aureichend Kapazität haben. Ausserdem glaube ich auch nicht daran, dass Syrien die syrischen Kurden unterstützen möchte.

Was leider vergessen wird ist, dass diese syrischen Kurden die erfolgreichsten Kämpfer gegen den IS in Syreien waren. Sie wurden mit deutschen Waffen ausgerüstet und von deutschen Offizieren ausgebildet. Sie wurden von der US Luftwaffe unterstützt. Sie haben den Kampf scheinbar gewonnen. Jetzt werden sie von ihren alten Partnern fallen gelassen. Das ist nicht nur unethisch sondern auch gefährlich. In Syrien könnte der IS sich wieder neu strukturieren. Und überall auf der Welt wird man sich zukünftig fragen ob sich eine strategische Partnerschaft mit westlichen Staaten langfristig lohnt.

Welchen deal Erdogan und Trump im Hintergrund laufen haben, das wird hoffentlich bald bekannt werden.

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