Grüner Bundesparteitag

Heute beginnt der BDK, der Bundes Delegierten Kongress der Bündnis 90 / Die Grünen live im Internet. Die Corona Pandemie zwingt uns das neue Grundsatzprogramm online zu diskutieren. Es gibt viele Änderungsvorschläge zum letzten Entwurf. Und im Vergleich zum Programm von 2002 ist es deutlich weiter entwickelt worden. Regierungsfähigkeit unter Beibehaltung der Grünen und sozialen Ideen steht im Mittelpunkt.

Wir im Kreis Steinburg haben uns aktiv und an vielen Einzelpunkten eingebracht um ein gutes Programm zu gestalten. Es soll wieder mehrere Jahre die Grüne Politik leiten.

Mit dem aktuellen Rückhalt in der Bevölkerung stehen die Chancen sehr gut, 2021 auch in der Regierung zu sein. Mit viel Arbeit und Überzeugenden Programmen sowie überzeugten Politikern könnten wir sogar eine erste Bundes-Regierung unter Grüner Führung bilden.

Die BDK beginnt jetzt interessant zu werden. http://www.gruene.de ist der Videokanal des Abends.

PV Nutzung optimiert

Es war ein Zufall. Als ich gerade die Waschmaschine startete, weil draußen die Sonne scheint, sah ich auf unseren Wechselrichter. Verbrauch 693 W, PV Einspeisung 690 W, Leistung aus Batteriespeicher 3 W. Das nenne ich optimierte Sonnenenergie Nutzung.

Sicher, wer etwas davon versteht, der kann jetzt viele Einwände vorbringen. Aber immerhin schaffen wir es seit über einem Jahr den Mittleren Nutzungsgrad der Eigenversorgung auf 48% zu halten. Dies ließe sich noch optimieren, wenn wir tagsüber die Waschmaschinen anstellen würden und nicht so oft nachts, weil halt der Geschirrspüler abends voll ist.
Auch könnte man energetisch günstiger kochen, wenn wir Mittags warm essen würden, statt Abends. Nur sind wir da in der Schule oder bei der Arbeit.

Wenn allerdings das E-Auto die Sonnenenergie tankt, dann wird der PV Speicher nicht immer ganz voll. Also lieber auch mal an den externen Ladesäulen den Tank füllen? Aber nur dann, wenn dort auch echter grüner Strom geliefert wird.

Bislang funktioniert das PV Dach und der PV Speicher sehr gut. Ich kann nur empfehlen, die Investitionen nicht zu lange auf zu schieben. Zinsen sind günstig, mancherorts gibt es Förderprogramme für Speicher und Ladesäulen. Dann kann man in der Zukunft sich nicht nur regenerativ versorgen sondern auch noch Kosten für Stromlieferungen reduzieren. Und das Strom künftig deutlich teurer werden wird, ist ziemlich sicher.

Moria und die EU , ein schändliches Verhalten

Ich kann es nicht begreifen. Da kümmert sich Griechenland seit Jahren um geflüchtete Menschen, die nichts anderes anstreben, als in Europa Zuflucht vor Gewalt und Verfolgung zu finden.

Wohlhabendere EU Staaten halten sich vornehm zurück und lassen die anstrengende Aufgabe durch die Staaten am Rand der EU erledigen.

Plötzlich gibt es eine Katastrophe zusätzlich. Ein Flüchtlingslager brennt ab. Die EU entscheidet schnell, dass man ja 400 unbegleitete Jugendliche aufnehmen könne um in der Krise zu unterstützen. Nicht einmal dies wird wohl realistisch eintreffen.
Was bedeutet dies? Wenn 26 Staaten 400 Jugendliche aufnehmen, dann muss jeder Staat sich um lediglich 15 Personen kümmern.
Griechenland muss sich weiterhin Gedanken machen, wie sie mit den anderen 12000 Menschen umgehen können. Kein Lager, keine Versorgung, Ängste bei den anderen Anwohnern….

Wenn jeder EU Staat 400 Geflüchtete aufnimmt und die Antragsverfahren im eigenen Staat durchführt, dann blieben nur 2000 in Griechenland. Das wäre aus meiner Sicht ein wichtiges Zeichen der EU.

Dazu wird es wohl nicht kommen. Soziale Verantwortungsübernahme ist derzeit wohl nicht zu erwarten.

Ich war lange ein Fan der EU. Allmählich schäme ich mich immer mehr, dazu zu gehören.

Schulstart in SH

Wir haben es gewagt. Die Schulen starten wieder ihren Präsenzunterricht. Wobei ich von echtem Unterricht derzeit noch nicht sprechen möchte. Das Wichtigste derzeit ist scheinbar die Vorbereitung auf die nächste Schließung. Alle Lehrer sind aufgefordert dafür zu sorgen, dass im Zweifel alle Schüler auch online, ohne Präsenz beschult werden können.
In Lernschwachen Klassen stelle ich mir das beliebig schwierig vor. Schon im Klassenraum erlebe ich es zu häufig, dass einige kaum am Unterrichtsgeschehen teilnehmen. Sei es aus Desinteresse oder aus Unvermögen. In der Klasse sehe ich das noch, aber bei Online Aufgaben bemerkt man erst an den abgegebenen Hausaufgaben.

Es bleibt spannend. Vor allem, weil alle bei der kleinsten Erkältung zu Hause bleiben müssen. Viele Schüler und auch einige Lehrer fehlen schon. Der zusätzliche Vertretungsunterricht mach die Arbeit nicht leichter.

Niederlande, ein kurzer Eindruck

Wir waren am Wochenende in den Niederlanden, oder Holland. Ich weiß nie genau, welche Landesbezeichnung ich wann verwenden sollte.

Eigentlich liegt dieses flache Land mit seinen 300 km Entfernung so nahe, dass es verwunderlich ist, wie selten ich dort bin. Aber warum sollte ich das tun? Eigentlich fand ich bislang nur Amsterdam und Alkmar interessant. Ich kennen aber auch nicht viel mehr.
Dies Mal hatten wir einen Grund, nämlich einige Teile für das E-Auto Projekt in der Nähe von Assen abholen. Da alle privaten Urlaubstouren in diesem Sommer storniert werden mussten nahmen wir die Gelegenheit wahr, zwei Tage zu entspannen. Auto aufladen, etwas Gepäck und den Rollstuhl rein, los ging es. Zwischen-laden in Oyten an der A1 mit leckerem zweiten Frühstück im Diner. Dies ist ein lieb gewonnenes Ritual auf unseren Wegen in den Süd-Westen. Da die Ladesäule nicht funktionierte rief ich den Service an. Dieser half schnell, wir konnten laden, aber nicht bezahlen. Das nenne ich angemessene Kulanz oder auch guten Service. Ich frage mich nur, wie viel Budget so ein Servicedienstleister wohl dafür hat.

Das Wellnesshotel in Exloo ist verspielt und gut. Es gibt drei schnelle Ladesäulen mit sechs Steckdosen, die über meine ADAC Ladekarte zu nutzen war. Neben unserer Zoe lud ein Leaf und als ich sie nach einigen Stunden umparkte um die Plätze nicht zu blockieren war sie gerade am Flirten mit einem älteren S-Model von Tesla.

Tags darauf nach Beilen, Teile abholen. Dann nach Assen, die Rennstrecke anschauen. Leider zu, weil auch in den Niederlanden einige Orte wegen der Corona Pandemie für die Öffentlichkeit geschlossen ist.
Also weiter nach Groeningen. Eine im Innenstadtbereich sehr attraktive Stadt. Wir fanden schnell einen Parkplatz in der Nähe der Fußgängerzonen an einer Ladesäule. Stressfreie Freischaltung der Schnellladung.

Was mir sofort auffiel waren die vielen Linienbusse, die mit leisem Summen an uns vorbei fuhren. In der Innenstadt habe ich nur einen einzigen Diesel Bus fahren sehen, alle anderen sind Akkubetrieben.
Viele Fahrräder sausen durch die Stadt. Davon viele als Lastenfahrrad, einige noch sehr historisch. Die Niederländische Post lieferte per E-Sprinter aus. Und einige elektrische Deiräder versorgen Geschäfte und Besucher mit Waren. Stören taten mich nur die vielen knatternden Scooter, die mit den gleichen Rechten wie Fahrräder durch die Innenstadt fahren durften. Sogar einige Luxusautos verirrten sich in die Fußgängerzone. Poser gibt es halt überall.

Der Rundgang durch die hübsche Altstadt war schön, das Essen in einer Bar grandios und die Zoe danach wieder voll geladen. Wir konnten zum nächsten Ziel, nach Leer fahren. Dort umsehen und Verwandte besuchen bevor wir ohne weitere Aufladung bis nach Hause in Norddeutschland weiterfuhren. An unserer heimischen Steckdose angekommen wäre die Zoe laut Display noch in der Lage gewesen, weitere 35 km zu fahren. Ein sehr gutes sparsames Ergebnis. So hat die Fahrt von Groeningen nach Itzehoe etwa 13 Euro Strom gekostet.

Ein schönes Wochenende mit neuen Eindrücken ist vorbei. Der Schreibtisch ist voller Arbeit für die bald wieder beginnende Schule. Aber heute geht es wieder an den Ford, denn die mitgebrachten Kotflügel und das letzte Reparaturblech sollen heute angebaut werden.

Energieeinspeisung ganz einfach ? In Deutschland ??

Vermutlich sind wir nur zufällig betroffen, aber die Versuche, Geld vom Stromlieferanten zurück zu bekommen muten merkwürdig an. Schon vor einigen Jahren erhielten wir Post von der Netz AG, dass wir die Einspeisevergütung für den Solarstrom der letzten Jahre zurück zu zahlen hätten. Der Grund sei, dass unsere Anlage nicht bei der Bundesnetzagentur gemeldet wäre. Zur Meldung besteht eine gesetzliche Pflicht. Die Bundesregierung möchte damit eine statistische Übersicht behalten, wo und wie viel erneuerbare Energie in Deutschland eingespeist wird.
Ohne diese Eintragung darf der örtliche (Energie) Verteilnetz Betreiber (VNB) keine erhöhten Entgelte für gelieferten Strom zahlen. Aus diesem Grund müssen Energieerzeuger wie wir diese Eintragung entsprechend nachweisen. Danach kann der Einspeisevertrag mit dem VNB gültig werden. Andernfalls muss der Käufer der elektrischen Energie nicht die staatlich festgelegte Vergütung zahlen. Es wird dann wie bei jedem anderen Liefervertrag ein Preis miteinander verhandelt. Der Netzbetreiber ist nicht einmal gezwungen, den Strom zu kaufen oder gar abzunehmen.

Nach einigen Jahren, in denen regelmäßig für Solarstrom bezahlt wurde fällt dem VNB dann plötzlich ein, dass vielleicht gar keine Anmeldung erfolgt sein könnte. In den vorliegenden Unterlagen fehle der Nachweis und wir mögen bitte die überzahlten Beträge in Höhe mehrere tausend Euro innerhalb von zehn Tagen zurückzahlen.
Bei unserer kleinen Anlage war dies überschaubar. Wenn ich mir die Anlagen auf einigen landwirtschaftlichen Betrieben so anschaue, dann kommt man schnell in fünfstellige Beträge, die umgehend eingefordert werden.
Wie viel Geld die VNB durch diese Aufforderungen zurück erhalten kann ich nicht abschätzen. Zumindest sind wir Energieerzeuger entsprechend verärgert.
Das Problem lässt sich in der Regel einfach lösen. Wir schickten dem VNB die Kopie der Unterlagen bei Vertragsabschluss zu. Darin enthalten war die Anmeldebestätigung. Es kam einige Wochen später eine Stornierung der Rechnung des Netzbetreibers.
Eine Entschuldigung fehlte. Entschuldigen tat sich der VNB allerdings fast jährlich, weil sie uns jedes Jahr eine Nachberechnung senden mussten. Die Abrechnungen waren oft Fehlerhaft oder nicht vollständig. Leider wurde nie mehr bezahlt als vereinbart, es waren immer kleinere Unterschiede.
Zugegeben, für einige Nachberechnungen war der VNB nicht verantwortlich, denn die Preisbasis an der internationalen Strombörse (EEX) erfolgt verzögert. Auch die zu zahlenden Erstattungen für nicht genutzte Netznutzung durch unseren Eigenverbrauch wurde erst nach Rechnungslegung festgelegt.
Aber warum meine geeichten Stromzähler (die gehören dem Netzbetreiber) regelmäßig etwas mehr zu bezahlende Energie anzeigte als bei der Einspeisevergütung bezahlt wurde, kann ich als Techniker nicht nachvollziehen. Es handelte sich immer so um die 50 bis 75 Euro pro Jahr. Wie viele tausend Kunden der VNB hat und welche Summe durch diese Ungenauigkeit zusätzlich bezahlt wurde kann ich nur vermuten.
Es war jedenfalls sehr aufwändig, die Fehler in den langen Listen der Berechnungen zu entdecken. Ich denke, viele private Energielieferanten machen sich die Mühe nicht.

Neben der PV-Anlage hatten wir auch ein BHKW betrieben. Auch hier werden überflüssige elektrische Energiemengen über das EEG und die KWK Förderung mit staatlich festgelegten Zuschlägen zu den EEX Preisen durch den VNB bezahlt. Auch hier muss die Anlage offiziell zu statistischen Zwecken gemeldet werden. Auch hier fehlte dem Netzbetreiber angeblich wieder dieser Nachweis, ohne den eigentlich keine Zuschüsse hätten gezahlt werden können.
Es mutet schon merkwürdig an, dass dies dem VNB erst nach acht Jahren auffällt.

Wieder erhielten wir eine Rechnung, diesmal ziemlich hoch. Wir sollten für die letzten zwei Jahre den KWK Bonus und das erhöhte Entgelt zurück zahlen. Die Zeit davor sei verjährt und somit zum Schaden des Unternehmens zu verbuchen. Anstatt bei der Netzagentur in die Statistik zu schauen schrieb man also lieber eine Rechnung an den Lieferanten der öko Energie.

Wir mussten entsprechend wieder die Anmeldebestätigung nachreichen. Es kam einige Wochen später die Stornierung der Rechnung. Eine Entschuldigung blieb erneut aus.

Zum Glück habe ich keine Aktien von diesem Energieunternehmen. Wenn Rechnungslegung und Aktenpflege seit Jahren mit erhöhtem Aufwand und vielen, manuell zu korrigierenden Fehlern erfolgen, dann kann das nicht wirtschaftlich sein.

Lieferdienste ohne CO2 Ausstoß

„Was die Deutsche Post mit ihrem StreetScooter vorgemacht hat, wird nun auch von der Konkurrenz umgesetzt.“ steht im Bericht der zukunft.de . Vielen Dank an die Post, dass man sich dort schon vor Jahren getraut hat auf E-Mobilität zu setzen. Leider hatte die Post damals keine Unterstützer aus der Automobilindustrie. Jetzt scheinen die Logistiker der Konkurrenz zusammen mit Mercedes Benz den Markt zurück gewinnen zu wollen.

Ich hoffe, dies hat Wirkung auf andere Unternehmen, die täglich Waren liefern oder Baustellen beschicken. Denn weniger CO2 Ausstoß brauchen wir weiterhin.

Übrigens liefert bei uns in Itzehoe ein neuer Pizza Dienst per Fahrrad, E-Roller und diversen lustigen E-Fahrzeugen aus. Das hat zumindest auf mich werbewirksam Effekt, obwohl ich nicht so gerne gelieferte Pizza esse.

Eigentlich liebe ich Portugal

Meine erste echte Auslandsreise als junger Mann führte mich nach Portugal. Ich liebte die Landschaft und den Atlantischen Ozean sofort. Menschen habe ich dort aber kaum kennen gelernt. Das war mir damals noch nicht so wichtig, denn schließlich war meine Frau dabei.

Die Wiederholung der Reise folgte 1991 und endete damit, dass am Tag meiner Rückkehr zu Hause mein Vater verstarb. Das Land war wiederum wundervoll und ich plante schon einen Umzug nach Portugal. Als Ingenieur hätte ich dort sicherlich Arbeit finden. Nur die Sprache zu erlernen wäre mir sehr schwer gefallen.

Einige Jahre später besuchten wir Portugal erneut. Erstmals per Flugreise und erstmalig die Algarve. Dieser touristische Magnet Portugals ist zwar auch schön, das Badewasser deutlich wärmer als an der Westküste und die Restaurantdichte groß, aber wir langweilten uns. Folglich machten wir einen Abstecher nach Lissabon und in die Berge.
Während wir dort waren starb die Großmutter meiner Frau.

Seit Jahren waren wir nun nicht mehr in Portugal. Zwischenzeitlich lernte ich in Wales, während eines UNI Projektes, einige Portugiesen kennen. Ich mochte die sehr und fühlte mich in meiner Liebe zu Portugal bestätigt.
Nachdem unsere große, vermutlich letzte gemeinsame Familien-Reise nach Nordamerika dieses Jahr abgesagt werden musste, entschlossen wir uns kurzfristig zu einer erneuten Portugal Reise. Wir wollten den Kindern die alte, unsere erste Reise, quasi live zeigen. Alte Orte wieder aufsuchen und nach dreißig Jahren unsere Erinnerungen auffrischen.
Kaum war das Wohnmobil gebucht kam meine Mutter ins Krankenhaus.

Ich mag Portugal. Ich bin nicht abergläubisch. Aber…

Kobalt Produktionsbedingungen im Kongo

Gerne wird von E-Auto Gegnern die Förderung von Kobalt bemängelt. Zu Recht wird darauf verwiesen, dass die Bedingungen unter denen Menschen, oft Kinder, den Rohstoff abbauen, sehr schlecht sind.

Da macht es Mut, dass sich ein Unternehmen wie Tesla mit seiner Einkaufskraft für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt. Diesem Unternehmen traue ich durchaus zu, nicht nur auf die Kosten sondern auch auf die Lieferkette zu achten.
Zumindest laut dem heutigen Bericht unter electrive.net verändert die Regierung im Kongo seine Vorschriften zu den Arbeitsbedingungen. Ein wichtiger Schritt für menschenwürdige Arbeitsbedingungen meine ich.