Mit Volldampf in die Zukunft

Die Erfolgsmeldungen der Reedereien sagen, dass 18% mehr Kreuzfahrten gebucht wurden. Aus der Automobilindustrie hören wir die stolze Verkündigung dass 30% mehr SUV verkauft wurden. Immer mehr Flugreisen leisten wir uns.

Ich denke, vielen in Deutschland geht es so gut, dass man sich finanziell etwas leisten kann und auch will. Das Sparen wurde eingestellt, da die Zinsen für Sparguthaben faktisch Weg sind. Und wofür sollte man Geld sparen, wenn die Zukunft der Welt immer unsicherer wirkt?

Wie mag dies mit den aktuellen Diskussionen zum Klima Gas CO2 zusammenhängen? Ist das die normale Reaktion auf Zukunftsangst oder eine Verläumnung der Realität?

Vielleicht aber auch, und das trifft sicher auch auf mich im gewissen Grad zu, möchte man sich jetzt noch einmal etwas leisten bevor es zu spät ist. Ängste vor Verboten in der Zukunft mögen manchen antreiben, die Sünden an der Umwelt vor zu ziehen.

Bei mir scheint es eher die Angst vor dem Alter zu sein. Jetzt noch das erledigen, was vielleicht in einigen Jahren nicht mehr geht. Dadurch mache ich mir aktuell viel Streß. Andererseits genieße ich es, endlich wieder real und schnell Träume zu leben.

Aktuell auf dem Weg nach Bonn warte ich in IC an meinem Startbahnhof, dass die Diesellok gegen einen E-Zug getauscht wird. Denn von Sylt kommend gibt es noch immer keine Oberleitung. Aktuell schon 30 Minuten Verspätung und ich bin noch keinen Meter gerollt.🙄

Luftverschmutzung in Kiel

Halbherzig sind sogar die Vorschläge des von mir durchaus geschätzten Umweltministers Jan Philipp. Realpoloitik ist leider schwieriger als Oppositionsarbeit. Eine Verbesserung der Luftqualität kann durch Reduzierung des MIV , dem motorisierten Individualverkehr, erreicht werden. Dies kann ohne Verbote erfolgen. Man müsste sich als Stadtverwaltung nur trauen, weniger Parkplätze zu schaffen und höhere Kosten für Praken und ggf Straßennutzung zu erheben.

Aber technisch mit Luftfiltern und ggf 200m Fahrverbot zu versuchen ein Verschmutzungsprobllem zu lösen ist aus meiner Sicht Blödsinn. Wenn Luftfilter, dann bitte Bäume, Sträucher, Moose oder Algen einsetzen. Mit begrünten Fahrspuren würde Stadt und Luftqualität gesteigert.

Ich weiß natürlich, dass sich diese Vorschläge heute noch nicht durchsetzen lasen. Realpolitik in einem PKW begeisterten Deutschland sieht dann oft hilflos aus.

10 Jahre eigenes BHKW

Die KWK Förderung läuft aus, wenn ich unser BHKW nicht modernisiere. Aber was soll man modernisieren, wenn man einen ausgewiesenen Wirkungsgrad von über 100% hat?
Als Techniker weiß ich natürlich, dass die Berechnung das Wirkungsgrades auf Basis des Gas Brennwertes nicht wissenschaftlich korrekt ist, denn der Wasserdampf Gehalt im zu verbrennenden Gas wird im Kondensator zusätzlich in Wärme zum Beheizen des Hauses genutzt.
Egal, das Haus ist verkauft und die steuerliche Abschreibung ist auch vorbei. Ärgerlich ist aus ökonomischer Sicht nur, dass im letzten Jahr noch recht hohe Instandhaltunskosten entstanden sind.
Unsere Erfahrungen mit einen kleinen BHKW als einzige Wärmequelle für ein großes Haus sind durchaus positiv. Durch den hohen Wärmebedarf lohnt sich ein großer Warmwasserspeicher bei recht geringer Wärmeleistung des BHKW. Die normalen Betriebsstunden lagen bei ca 50% des maximalen Jahreswertes. Dadurch ist die Wirtschaftlichkeit gegeben. Im Sommer läuft der Dachs kaum, im Winter fast 24h pro Tag.

Und am Ende kann man sich sogar über die CO2 Einsparung freuen. Da dieses BHKW ja auch Strom erzeugt, quasi als Abfallprodukt, errechnet sich eine CO2 Ersparnis auch aus den vermiedenen gekauften Stromernergien.

Wir haben jährlich ca 8 Tonnen eingespart, somit 80 Tonnen in den letzten zehn Jahren. Für einen Privathaushalt ist das ganz ordentlich.

Was könnte man damit tun?

– Nach meinen Berechnungen verursachen die Müll Laster, die den Biomüll vom Kreis Steinburg nach Lübeck kutschieren jährlich ca 68 Tonnen CO2
– Man könnte mit unserer Zoe (betankt an PV Anlage und grünem Strom) ca 1.600.000 km Auto fahren (50g/km), das wären jährlich 16 tkm, was in etwa unserer Fahrleistung entspricht.
– Man könnte eine Flugreise von ca 380.000 km unternehmen (etwa eine Projektreise mit unserem Tansania Verein für alle Mitreisenden)
– Man kann sich aber auch freuen, einen kleinen privaten Anteil am Klimaschutz geleistet zu haben

Buschbrände und Flut

In Australien brennt der Busch und und Indonesien fällt so viel Regen wie seit 1866 nicht mehr.
In Indonesien solle es sogar eine Behörde geben, die sich mit Wetterbeeinflussung befasst und nun versucht, die Regenfälle auf den Ozean um zu leiten. Ob die Australier auch irgendwie Wolken herbeizaubern wollen weiß ich aber nicht.

Parallel höre ich mir gerade ein Fachbuch an. (Schönburg, Alexander von Weltgeschichte to go) gelesen von Christoph Maria Herbst.
Darin wird spaßig die Fragen nach Geschichtsverständnis und unserer menschlichen Rolle auf diesem Planeten gestellt und beantwortet.Wir Menschen besiedeln den Patienten Erde erst seit sehr kurzer Zeit. Wir haben ihn aber auch ganz ordentlich verändert. Anders herum betrachtet sind die Veränderungen eigentlich hauptsächlich für uns wichtig – oder gefährlich, denn die Erde lebt auch nach uns weiter.

Und wenn wir denken, Asien und Australien sind doch weit weg, was kümmert es mich?
Dem seien die Investitionen in Regenwasserschutzanlagen vor Augen geführt, die auch bei uns in Norddeutschland schon seit Jahren laufen. Als Beispiel hier nur ein Pumpwerk in 2013 genannt.
Das Problem für und Schleswig Holsteiner Nordsee-Küstenbewohner ist, dass wir vermehrt das Regenwasser nicht mehr über alte Siele in die Nordsee ableiten können. Hier wird kräftig in Pumpwerke investiert. Diese brauchen Energie, Wartung und viel Geld.

Es gibt übrigens eine imponierende Simulationsseite, auf der man den Anstieg der Meeresspiegel auswählen kann und sich die dadurch überfluteten Gebiete darstellen lässt.
An der Küste in Niedersachsen und Holstein wird es schnell nass.

Erinnerungen: Atomenergie in Deutschland

Vor 40 Jahren begann die Erkundung des Atommüll Lagers in Gorleben, dazu hat der NDR noch einen Radiobeitrag in der Mediathek.

Vor fast 60 Jahren ging in Deutschland das erste Atomkraftwerk Kahl am Main in Betrieb.
Noch heute wissen wir nicht, was mit dem Müll passieren soll. Die Euphorie, in einem Land der Dichter, Denker und Ingenieure eine geeignete Lösung finden zu werden, ist verflogen. In nur 29 Monaten wurde damals das Kraftwerk gebaut. Die Rückbauzeiten von AKWs liegen heute deutlich darüber. Das AKW Kahl wurde ab 1885 zurück gebaut. Und das dauerte dann 22 Jahre.

Ich frage mich, woher das Vertrauen in Kreisen der konservativen und liberalen Politiker in Deutschland kommt, dass wir technische Lösungen gegen den Klimawandel finden werden.

Service im Internetzeitalter

Jetzt muss ich mal Frust los lassen der sich über die letzten Wochen mit Dienstleistern und Verkäufern im Internet aufgebaut hat. Früher war es so, dass man einen Kunden gewinnen wollte und diesen dann halten musste. Heute scheind die Werbung um Neukunden so effektiv zu sein, dass berechtigte Anfragen bei falscher Leistungserbringung oft sehr unprofessionell bearbeitet werden.
Ich habe letztens ein Visum beantragen wollen, im Internet fand sich sogar eine Telefonnummer der Botschaft für Visa Angelegenheiten. Aber egal wann ich dort anrief wurde ich nach drei Minuten Warteschleife direkt abgeworfen und musste neu wählen. Nach zwei Tagen habe ich augegeben. Danach nutzte ich das Online Visa Portal und quälte mich durch das nicht sehr ergonomisch aufgebaute Formular. Leider konnte ich das in der auch online verfügbaren Anleitung avisierte Gratis Visum für akkademische Reisen nicht beantragen, so dass ich wieder 50$ für ein Standard Visum zahlen muss. Dies wäre nicht so schlimm, wenn wir nicht 19 Visa bräuchten und somit unser Budget der Bildungsreise deutlich schröpfen mussten.
Letztes Jahr brauchte ich ein neues Akkupack für mein Smartphone und war glücklich, dieses nicht bei Amazon kaufen zu müssen. Ein deutscher Händler, Real online, bot es auch an. Aber ähnlich wie bei Amazon vermitteln die auch oft weitere shops zur Auslieferung. Nachdem ich rechtzeitig vor meinem Indonesien Einsatz bestellt habe sollte der Akku auch vor Abreise geliefert werden. Nach meiner Rückkehr (vier Wochen) war immer noch kein Akku angekommen, auf Nachfrage hieß es, er sei geliefert und das Problem läge bei der Post. Nach einer Woche Mailverkehr (ein Anruf hätte das in 10 Minuten klären können, aber wo ist die Service Rufnummer?) wurde versprochen, das der Akku erneut zugestellt wird. Mittlerweile stand meine Nepal Reise an und ich reiste erneut mit defektem Smartphone und großer alter Powerbank ab. Wie gehabt war nach der Rückkehr noch immer kein Paket angekommen. Erneute schriftliche Beschwerde führte zur gleichen Zusage, dass wieder geliefert werden würde. Nach zwei Wochen kündigte ich schriftlich meinen Auftrag nach drei Monaten nicht Erfüllung. Diese Kündigung wurde sehr schnell bestätigt und ich bestellte dann bei Amazon. Mit schlechtem Gewissen aber mit neuem Akku nach zwei Tagen ist das mobile Kommunizieren nun wieder deutlich angenehmer.

Und heute ärgere ich mich über check24, die mit sehr freundlicher Werbung durch fröhliche Menschen auf sich aufmerksam machten. Für ein kleines privates Projekt muss ich einige Tage nach Tunesien. Mein Projektpartner schlug mir eine pauschale Buchung über eben dieses Portal vor, damit ich günstig im gleichen Hotel übernachten könne, in dem auch er den Januar verbringt. Kurz mit meiner Frau geklärt, dass wir gemeinsam einige Tage Sonne tanken und ich das geschäftliche während dessen erledigen kann und unverschämt günstig (Nebensaison) gebucht. Die Bestätigungsmails kamen schnell und das Geld wurde umgehend von der Kreditkarte abgebucht. So weit so gut, nur danach kam dann eine Mail, dass ich im Bestellformular unsere Vor und Nachnamen vertauscht hab und somit die Einreise in Tunesien gefährdet sein wird. Gegen eine Gebühr können sie das ändern. Da ich schon einmal etwas übder dieses Portal gekauft habe, sind meine Stammdaten dort eingetragen und wurden automatisch in das Bestellformular übertragen. Drei Mails später gebe ich auf und zahle die Zusatzgebühr mit dem festen Vorsatz, nie wieder dort etwas zu erwerben. NAch der Reise werde ich meinen Account dort löschen.

Dieses Verhalten erinnert mich an ein sehr ungutes Erlebnis bei fluege de vor Jahren, als ich für eine Gruppenreise mehrere Flüge buchen musste. Obwohl wir alle Angebote nach Zusatzversicherungen online abgelehnt hatten, wurden diese trotzdem gebucht. Nur über lange Telefonate und viel Schriftverkehr konnten wir auf diese Leistungen verzichten, da wir anderweitig abgesichert waren. Firmenpolitik damals: wir verkaufen nicht ohne Zusatzleistungen!

Was lerne ich daraus? Kaufe lieber live bei Menschen. Für unsere derzeitige Tansania Projektreise haben wir dies über ein reales Reisebüro getan und das war auch gut so, denn es traten tatsäcchlich Probleme mit der Fluggesellschaft auf. Das Büro hat aber gut reagiert und uns den Stress abgenommen.
Auch unsere dieses Jahr geplante große Familienreise lassen wir über ein Reisebüro buchen. Bislang läuft die Abstimmung untereinander sehr angenehm.

Tag199 Bier und Met

Weihnachten ist vorbei, Silvester wurde gefeiert und die letzte winterliche Geburtstagsfeier in unserem Hause steht heute noch an. Da wurde es Zeit das angesetzte Met und Bier des letzten Jahres abzufüllen.
Das Met ist sehr süß geworden, ich nehme an, der Gärvorgang wurde irgendwie unterbrochen, bevor der Zucker aufgebraucht werden konnte. Mal abwarten, wie er nach einigen Wochen in den Flaschen schmecken wird. Es ist meine erste Met Herstellung seit Jahren, so dass die Erfahrung fehlt.

Mit dem Bier habe ich mir wohl wieder einen Tag zu viel Zeit gelassen. Am zweiten Januar waren wi den ganzen Tag unterwegs, also wurde erst am 3ten abgefüllt. Jetzt ist wieder einmal sehr wenig Kohlensäure in den Flaschen.
Es schmeckt aber sehr bitter und kommt in die gewünschte Richtung des Pils, welches ich angestrebt hatte. Also schön kühl lagern und nach meinem Tansania Einsatz dann im März erneut probieren. Bis dahin werden die letzten Vorräte der Alt-Bier Art vielleicht noch reichen.

Der Brau- und Kelteraufwand ist zwar beträchtlich, aber irgendwie ist es auch sehr schön, wenigstens einige Lebens- und Genussmittel selber herzustellen. Mit dem Design eines eigenen Labels für die Bierflaschen beschäftigt sich unsere Tochter. Dann haben wir, sollten wir einmal wieder eingeladen werden, ein schönes Gastgeschenk. Selbstbebasteltes zum Genießen steht wenigstens hinterher nicht in Regalen herum.